nFK - nutzbare Feldkapazität:
Unter dem Begriff versteht man die Wassermenge, die ein Boden pflanzenverfügbar speichern kann. Sie ist Teil der Feldkapazität und das Wasser wird vor allem in mittelgroßen Poren im Boden mit einer bestimmten Saugspannung gehalten.
Unter Feldkapazität versteht man die gesamte Wassermenge, die ein zunächst wassergesättigter Boden gegen die Schwerkraft nach 2 bis 3 Tagen noch halten kann. Sie beschreibt den Anteil des Haftwassers, den die Wurzeln mit ihren Saugkräften dem Boden entziehen können.
Ist alles pflanzenverfügbare Wasser aufgebraucht, vertrocknen die Pflanzen; der permanente Welkepunkt ist erreicht. Je trockener der Boden wird, desto langsamer bewegt sich das Wasser. Jetzt kommen die Kapillarkräfte ins Spiel: Gegen die Wasserbindungskräfte des Bodens "saugen" die Pflanzen über ihre Wurzeln Wasser zur Verdunstung aus dem Boden. Die Saugspannung der Pflanzen ist allerdings begrenzt und vermag nicht das gesamte Wasser aus dem Boden zu entnehmen. Über die Evaporation von unbewachsenen Oberflächen kann die Bodenfeuchte in der obersten Bodenschicht sogar noch unterhalb des Welkepunktes sinken. Die Pflanze kann somit nur Wasser zwischen den Zuständen Welkepunkt und Feldkapazität nutzen. Die Spanne entspricht somit 100 % des für die Pflanze nutzbaren Wassers oder auch 100 % nutzbarer Feldkapazität (nFK). Der momentane Wasserversorgungsgrad der Pflanzen wird daher häufig in % nFK angegeben. Liegt der momentane Wassergehalt oberhalb der Feldkapazität, so ergeben sich korrekte nFK-Werte von über 100 %. Liegt der Wert längere Zeit >130%, so kann es zu Schädigungen der Wurzelsysteme durch Sauerstoffmangel kommen, was im schlimmsten Falle zum absterben der Pflanze führt. Erlen und Weiden (als Baumart) haben damit allerdings kaum Probleme, die meisten Feld- und Gartenfrüchte schon.
Die oberen Bodenschichten trocknen zwar deutlich schneller aus, als die tieferen, füllen sich aber auch schneller bei Regen wieder auf, während nach lange anhaltenden Dürreperioden die tieferen Bodenschichten (>2m) trotz anhaltenden Regenperioden sich z.T. erst nach vielen Monaten wieder auffüllen werden.
nFK-Werte und ihre Bedeutung
0-13% = extreme Dürre
13-27% = Dürre
27-44% = extrem trocken
44-62% = viel zu trocken
62-79% = deutlich zu trocken
79-94% = etwas zu trocken
94-105% = optimal
105-114% = gut feucht
114-123% = sehr feucht
123-130% = nass
Anwendungsbeispiel:
Je nach Klimazone, Bodenbeschaffenheit (Sandboden, Lehmboden oder Moorboden etc.), sowie nach der Bepflanzung, kann man einschätzen, ab wann es für Pflanzen kritisch werden kann. Für den Gartenbereich kann man bei extremer Trockenheit/Dürre durch Bewässerung bedingt Abhilfe schaffen, insbesondere bei Neuanpflanzungen.
Die hier veröffentlichten Werte stellen den nFK von 0-20cm unter einer Grasnabe dar. Offene Gartenböden und Ackerflächen können jedoch sehr viel schneller austrockenen, bzw. einen niedrigeren nFK aufweisen. Ein niedriger nFK-Wert für 0-20cm sagt also nicht zwingend etwas über den Wasserhaushalt in tieferen Bodenschichten aus und umgekehrt (s.o.). Je nach Bodenart kann es auch kleinräumig zu rel. großen Unterschieden bei der Bodenfeuchte kommen. Die Werte sind für eine Mischung aus lehmigen Sand und lehmigen Schluff berechnet, eine Bodenart, die hier vorherrschend ist.
Fazit: Ein nFK von 0% bedeutet nicht, daß keine Feuchtigkeit mehr in dieser Bodenschicht vorhanden ist, sondern nur, daß sie für Pflanzen nicht mehr nutzbar ist (nFK = nutzbare Feldkapazität). Ein nFK von >100% stellt für die Pflanzen kein Mehrwert dar, da sie dieses Wasserangebot nicht nutzen können.
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